Ich erzähl dir mein Essen…


Kaffeetafel im Westen – Reistorte wie im Dreiländereck

Ein Stück Reis, bitte!

Reiskuchen / Reistorte / Riistaat

Wir ham’s ja gerne am Stück in meiner Familie. Reis zum Beispiel. Für mich ein Stück Reis bitte, sagte meine Oma, wenn Kuchen angekündigt wurde. Etwas anderes als Reistorte oder Riistaat, wie die Oma sagte, mochte sie gar nicht. Reistorte ist ziemlich beliebt im Dreiländereck rund um Aachen. Es gibt geringfügige Unterschiede in der Ausführung, doch letztlich bekommt man überall in der Region ziemlich guten Reiskuchen. Der Boden ist meist aus Hefeteig, seltener auch mal aus Mürbeteig. Die Reismasse kann fest oder cremig sein, wird aber immer mitgebacken. Eher von der deutschen Seite kommen die höheren Torten mit einer ganz dünnen, luftigen Schicht auf der Oberfläche.  Dazu wird vor dem Backen Eischnee unter die Reismasse gezogen. Ich kenne diese Sorte eigentlich nur aus Düren. In Aachen soll sie aber auch bekannt sein. Irgendwann kam die Sitte auf, den eigentlich einfachen Reiskuchen mit einer Schicht Frucht zu belegen. Das hat gewisse Vorteile. Kirschen machen sich da ebenso gut wie Himbeeren.

Obwohl Reiskuchen irgendwie simpel klingt, als ob man nur eine Portion Milchreis auf Hefeteig legt und dann in den Ofen schiebt, kenne ich kaum ein Gebäck, das so heikel ist. Die Schwierigkeit besteht darin, den Milchreis im Ofen nicht zu sehr auszutrocknen. Das passiert aber schneller als man denkt. Nachdem ich mit meinem Standardrezept, das ich seit ewigen Zeiten benutze, zuletzt noch Schiffbruch erlitten hatte, las ich kreuz und quer durchs Internet. Das alte Rezept habe ich leicht modifiziert, aber ich finde den Reis immer noch nicht cremig genug. So kamen die Kirschen ins Spiel. Zusammen mit der fruchtigen Auflage funktioniert der Reis prima und ich kann dieses Rezept wirklich empfehlen. Dabei sollte man beachten:

Ein Stück Reis? - Ja, gerne! | pastasciutta.de

Reistorte / Riistaat


Zutaten:

Füllung für 1 Tarte, 22 cm

 

70 g Milchreis

0,5 l Vollmilch

1 Prise Salz

80 g Zucker

1 Vanillestange

1 Ei

1 Hauch Zitronenabrieb

+ weitere 100 ml Vollmilch

 

Hefeteig

für 2 Tartes

300 g Mehl

80 g Butter

1 Prise Zucker

1 Prise Salz

½ Würfel Hefe

¼ l Milch

 

22 cm Tarte- oder Wähenform

Backpapier oder Butter für die Form

Für die Fruchtschicht:

1 gr. Glas Kirschen (Frucht: 350 g)

150-200 ml Apfelsaft

40 g Speisestärke

30 g Zucker

Den Backofen auf 220°C vorheizen.

 

 

Den Reis unter fließendem Wasser waschen. Mit der Milch, der aufgeschlitzten Vanilleschote und einer Prise Salz aufsetzen und zunächst den Deckel auflegen. Bei schwacher Hitze 25 Minuten quellen lassen. Den Deckel abnehmen und umrühren, sobald der Reis zu köcheln anfängt.

Währenddessen den Hefeteig zubereiten. Alle Zutaten zu einem glatten Teig kneten und zu einer weichen Kugel formen. Zugedeckt auf die doppelte Größe aufgehen lassen.

Die Vanille aus dem Reis fischen. Den Zucker und die Zitronenschale unterrühren. Weitere 100 ml kalte Vollmilch unter den Reis rühren und den Reis vollständig abkühlen lassen.

Eine kleine Tarte- oder Wähenform vorbereiten. Dazu die Form entweder ausbuttern oder mit Backpapier auslegen.

Die Hälfte des Hefeteiges kurz kneten und dann dünn ausrollen. Die Form damit belegen.

Das Ei unter die Reismasse rühren und den Kuchen damit füllen. Etwa 40 Minuten backen.

Nachdem der Kuchen abgekühlt ist, den Fruchtguss zubereiten: Die Kirschen durch ein Sieb schütten und den Saft auffangen. Die Flüssigkeit mit Apfelsaft auf 500 ml auffüllen. Etwa 2/3 davon aufkochen, den rest der Flüssigkeit mit der Stärke verquirlen, in den kochenden Saft gießen und kurz aufkochen lassen. Rühren, bis der Saft dick wird. Dann die Kirschen hinein schütten und kurz heiß werden lassen. Die Fruchtmasse etwa zehn Minuten abkühlen lassen und dann auf den Kuchen auftragen.

 
Sonntags-Reiskuchen mit Kirschen | pastasciutta.de
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