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Zehn Jahre Kleiner Kuriositätenladen

Kula-Labskaus zum Geburtstag

Labskaus

Labskaus kommt aus der Seefahrerküche und ist in Norddeutschland, wie auch in anderen Küstenregionen Nordeuropas verbreitet. Wie bei traditionellen Speisen üblich, existieren zahllose Varianten. Mindestens in jeder Kombüse wird eine eigenständige Version gekocht. Darunter sind einige so gruselig, dass sie nur zum Kinder Erschrecken taugen. Aber wahrscheinlich hat man früher damit die Ratten von den Schiffen vertrieben.

Andererseits gibt es auch sehr feine und wohlschmeckende Zubereitungen von Labskaus. Um das schon mal grob einzuteilen und vielleicht einen Hinweis darauf zu geben, was genau nicht so lecker ist: Wenn es im Rezept heißt, Fleisch, Gurken, Hering und eventuell noch die Hand vom Smutje gehören durch den Fleischwolf gedreht und mit einem Spiegelei serviert, dann ist es etwa das, worauf ich gar nicht scharf bin. Auch nicht auf eher anekdotische Rezepte, die mit einer Entschuldigung anfangen, wie: „Es sieht zwar nicht schön aus, eigentlich muss man ohne professionelle Vorbereitung auch würgen, aber wenn man sich nach 45 Jahren erst an den Geschmack gewöhnt hat, dann ist es superlecker, ich schwöre es Euch und mein Mann sagt das auch!“ – Nein, nein, nein, das wollen wir alles nicht!

Genau genommen will ich eigentlich nur das Labskaus von Stephanie Kosten. Eine ganz lockere Verbindung aus Rindfleisch und Kartoffeln mit lecker eingelegten Gurken und Rote Bete. Bisschen Fisch dabei und ein Spiegelei, und schon ist es ein echtes Luxusessen!

Bei einem Bloggertreffen im Jahr 2010 in Hamburg habe ich diese
norddeutsche Spezialität in ihrer wohlschmeckenden Ausführung kennengelernt. Außerdem traf ich bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal die Hausherrin vom KleinenKuriositätenladen, dessen Fan ich schon so lange war. Stephanie Kosten hatte uns Foodblogger an die Alster gelockt
und mit viel Liebe und Einsatz eine wunderschöne Veranstaltung mit wahnsinnig viel und gutem Essen auf die Beine gestellt. Ich denke noch heute sehr gerne daran zurück und ich kriege gleich wieder heftige Sehnsucht nach Hamburg, wenn ich meine Berichte von damals lese. ➭Für etwas Bloggernostalgie bitte hier klicken!  ➭Und hier geht’s zu Teil 2.

Nicht nur deshalb richte ich heute einen Teller Labskaus für Stephanie an. Der Kleine Kuriositätenladen feiert seinen 10. Geburtstag und ich sage zunächst einmal danke. Danke für dieses Rezept. Danke aber auch für Dein gutes Beispiel, liebe Stephanie! Durch den Kleinen Kuriositätenladen bekam ich
ein Bild davon, was ein Foodblog sein sollte. Gerade am Anfang von pastasciutta habe ich versucht, möglichst viel bei Dir abzukucken und mir regelmäßig im Kula Appetit geholt.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

So, und jetzt wird gefeiert! Die Gruppe #saisonalschmecktsbesser schmeißt im Internet ’ne Party für Steph. Und das ist unser Buffet:

Münchner Küche – Rosmarin-Oliven-Cracker (2009)

Madam Rote Rübe – Birnentarte mit Camembert (2011)

Herbs & Chocolate – Balsamico-Zwiebel-Taler mit Thymian (2011)

Möhreneck – Schokoladen-Whisky-Torte (2012)

Nom Noms food – White Chocolate Mocha (2012)

ZimtkeksundApfeltarte.com – Whisky-Truffel (2013) 

Ye Olde Kitchen – Sauerteig-Grissini (2013) 

thecookingknitter – Gebeizter Lachs mit Roter Bete und Gin mit Olivencrackern (2014 / 2009) 

Ina Is(s)t – Sellerierisotto mit Amarettinibröseln (2014)

Feed me up before you go-go – Rote-Bete-Bagels mit Jalapeño-Koriander-Frischkäse (2015)

Lebkuchennest – Kürbiswaffeln (2015)

Kochen mit Diana – Eclairs mit Whiskycreme (2016)

S-Küche – Sushidonuts mit Avocadofüllung (2017)

Jankes*Soulfood – Stephs Hecht-Klößchen im Nudelnest (2017)

moey’s kitchen – Pretzel Bites mit Käsedip (2017) 

Cuisine Violette – Zitronenrolle (2017) 

Haut-gout.de – Birnen aus dem Kuriositätenladen (2018) 

Schlemmerkatze – Puddingbrezeln (2018) 

Meine Version vom Kula-Labskaus

Was mich an Stephanies Labskaus so überzeugt hat, das war die Leichtigkeit und der eher frische Geschmack. Es kommt für mich extrem darauf an, das Corned Beef nicht zu lange zu garen. Ich gehe inzwischen sogar so weit, dass ich es schon in Stücke zerteile, bevor ich es in die Pfanne gebe. Dort wird es dann nur erwärmt.

Der kleine Kuriositätenladen hat das Rezept von 2009, auf das ich mich beziehe, inzwischen überarbeitet. Stephanie verwendet im Rezept von 2015 erstklassiges Metzger-Corned Beef, das ich selbstverständlich auch vorziehen würde. Ebenso fein wäre es, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und Rindfleisch selbst zu pökeln. In meiner Kombüse gab’s jetzt aber nur französisches Corned Beef. Das entspricht in der Art dem Argentischen oder Brasilianischen Dosenfleisch gleichen Namens, was beides sehr verbreitet ist. (Nicht geeignet ist übrigens nur das „deutsche Corned Beef“, das beim Metzger als Aufschnitt verkauft wird. Es ist schlicht zu mager.) Dazu passt das Rezept, das nun folgt:

Labskaus – fast wie im Kleinen Kuriositätenladen

Zutatenfür 1-2 Portionen

 

ca. 500 g mehlig kochende Kartoffeln

1 Zwiebel, ca. 50 g

neutrales Öl zum Braten

Salz

1 Dose Corned Beef, 200 g

etwas Gurkenwasser

Pfeffer aus der Mühle



Garnitur:

Rote-Bete-Salat

1 Dose Friesenröllchen oder sauer eingelegter Fisch nach Wahl

1 Gewürzgurke

1 Lauchzwiebel

Dill

1 Ei

Butter zum Braten

Die Kartoffeln waschen und in Salzwasser garen.

 

Dann die Garnitur vorbereiten: Die Rote Bete und die Friesenröllchen auf einem Teller anrichten. Die Gewürzgurke in Stücke schneiden und auf dem Teller anrichten. Die Frühlingszwiebel putzen und in feine Ringe schneiden. Den Dill waschen, trockenschütteln und zupfen.

Die Zwiebel mit etwas Öl und Salz glasig braten und in der Pfanne auf dem Herd lassen. Die Kartoffeln abschütten, sobald sie gar sind und pellen, sobald sie sie sich anfassen lassen. Das Corned Beef aus der Dose nehmen und in die Pfanne zu den Zwiebeln geben. Mit einer Gabel grob zerdrücken und dabei bei mittlerer Temperatur erwärmen. Die noch warmen Kartoffeln dazu geben und ebenfalls ein wenig zerdrücken. Nach Geschmack mit etwas Gurkenwasser abrunden und mit Pfeffer würzen. 

Nebenbei ein Spiegelei in Butter braten und mit Salz würzen. Das Labskaus mit den Zwiebelringen und dem Dill auf dem Teller mit den Garnituren anrichten und das Spiegelei dazu servieren.

 
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