Ich erzähl dir mein Essen…


Pasta #55 – Nachmachen absolut erlaubt!

Fleischersatz hat den Ruf, irgendwie uncool zu sein. Während der reine Verzicht auf Fleisch allgemein als etwas Gutes gilt, ist die Nachahmung tierischer Bauteile vielfach verpönt. Wenn der Vegetarier die Latte für Verzicht schon so hoch hängt, dann soll er gefälligst nicht mit Tofuschnitzel drunter durchtanzen. 

Obwohl ich mich früher auch schon gefragt habe, warum man einerseits auf Fleisch verzichten aber andererseits Fleischgerichte imitieren muss, bin ich inzwischen an einem ganz anderen Punkt angelangt. Ich finde, dass Nachmachen absolut erlaubt ist! Fleischimitate schmecken nämlich gut, sofern wir hier nicht von zweifelhaften Industrieprodukten mit meterlangen Zutatenlisten sprechen. Selbstgemachte Frikadellen ohne Fleisch, alle Arten von Gemüse- oder Getreidebratlingen… liebe ich ebenso, wie eine anständige Metzgerfrikadelle. Ja, sogar Geflügelgerichte, für die keine einzige Feder gerupft wurde, finde ich toll. Und mit Verzicht hat das wirklich nichts zu tun.

Nun stelle ich hier zum zweiten Mal eine vegetarische Bolo auf der Basis von Linsen vor. Während ich mich beim letzten Mal mit dem Namen noch etwas schwer tat, spreche ich es jetzt ganz offen aus. Das Ragú aus Linsen erinnert in dieser Version, durch Wein, Tomatenmark und Gewürze, noch mehr an eine Hackfleischsauce als die ursprünglich Vorgestellte. Ich denke, dass sie durchaus auch dazu taugt, einen leidenschaftlichen Fleischesser glücklich zu machen.

Vegetarische Linsenbolo

1-2 Portionen

1-2 Portionen Tellerlinsen

1 Zwiebel

1 Möhre

3 EL Olivenöl

Salz

2-4 Zehen frischen Knoblauch

2 EL Tomatenmark

250 ml Rotwein

ca. 10 cm Lauch, in feine Streifen geschnitten

Kreuzkümmel, frisch gemörsert

schwarzer Pfeffer

französisches Bohnenkraut

Parmesan

Olivenöl

Parallel zu der Sauce können 1-2 Portionen Pasta in Salzwasser gekocht werden. Vor dem Abschütten daran denken: vom Kochwasser werden 100-200 ml für die Sauce verwendet. 

Die Linsen in einem Haarsieb unter fließendem Wasser abspülen. Dann mit Wasser in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Bei schwacher Hitze gar kochen. – Das dauert unterschiedlich lange, egal, was auf der Packung steht!

Zwiebel und Möhre in kleine Würfel schneiden. Zunächst die Zwiebel mit etwas Salz in Olivenöl anschwitzen, dann die Möhre hinzufügen. bei schwacher Hitze schmoren, bis alles ein bisschen Farbe angenommen hat. Den Knoblauch und das Tomatenmark hinzufügen und kurz rösten lassen. Mit Rotwein ablöschen. Den Lauch hinzufügen.

Die fertig gekochten Linsen durch ein Sieb schütten und zu dem Gemüse geben. Zusammen fünf Minuten kochen lassen. Etwas Nudelwasser angießen, um die Sauce geschmeidig zu machen. Mit Salz abschmecken, mit Kreuzkümmel, schwarzem Pfeffer und Bohnenkraut würzen.

Zum Servieren, die Linsen-Bolo unter die Pasta heben. Frisch geriebenen Parmesan und gutes Olivenöl dazu reichen.

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