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Woher kommen bitte die Tapas?

Rezept: Blumenkohlhäppchen / Canapés de Coliflor wie in Granada

Canapés de Coliflor mit Tinto de verano | pastasciutta.de
 
 
 
Tapas kosten nichts. Das habe ich in der Schule gelernt.
Genauer gesagt, in einer Sprachschule in Granada. Meine Spanischlehrerin legte
großen Wert darauf, dass wir die andalusische Kultur verstehen. Tapas werden
mit dem Getränk serviert, und wenn man dafür etwas extra bezahlen muss, sind es
keine Tapas!
Eine weitere Tatsache, die wir Sprachschüler unbedingt verstehen
sollten, war die Urheberschaft der spanischen Häppchen: Tapas wurden in Granada
erfunden. – Natürlich!
Da war die Pädagogin ganz sicher, denn schließlich war sie
selbst dort geboren und aufgewachsen. Sie musste es also wissen.
 
Blumenkohlhäppchen, wie in Andalusien | pastasciutta.de

 

 

Und seitdem weiß ich es auch. Von diesem Wissen profitiere
ich seit fast zwanzig Jahren. Ich habe es mit Freude aufgenommen, und in los bares
de Granada
vielfach überprüft. Anfang der 2000er war die andalusische Metropole
voller Sprachschüler und Studenten aus ganz Europa. In meinem Hostel lebte eine
mexikanische Tänzerin, die in der Stadt war, um ihre Ausbildung im Flamenco zu
perfektionieren. Wir zogen gemeinsam mit anderen Hausbewohnern los, wenn ich
den Abend nicht mit Mitschülern verbrachte. Zur späten Stunde wurde
die Altstadt lebendig. Wir erlebten Flamenco auf der Straße, ein rührendes
Konzert vor der Kathedrale, einen nächtlichen Besuch der Alhambra. Für Tapas
reichte die Zeit dabei jedes Mal. 

Bars und Bodegas waren gut besucht. Die
spanische High-End-Küche hatte Andalusien noch nicht erreicht. Zum stets
preiswerten Tinto de verano wanderten kleine Happen und fast schon ganze
Mahlzeiten über den Tresen. In manchen Stadtvierteln versuchten die Bars, sich
gegenseitig mit ihrem Angebot zu übertreffen. Im Laufe eines Abends zogen
Grüppchen von einem Lokal ins andere. Manchmal gab es eine kleine Auswahl an
Speisen aus der man wählen konnte. In der nächsten Bar wurde einfach mit jeder
Runde ein anders Essen unters Volk gebracht.

 

 

Tapas aus Blumenkohl, lecker und ganz easy | pastasciutta.de

 

 

Viele Tapas aus Granada sind mir im Gedächtnis geblieben.
Auch wenn die Esskultur damals in Andalusien längst nicht so ausgefeilt und
kunstvoll war, wie ich sie viele Jahre später in San Sebastián erleben durfte. Dort, im Baskenland, übertrumpfen sich die Bars gegenseitig mit Pintxos / Pinchos, was
natürlich nicht dasselbe wie Tapas ist. Ich erwähne es auch nur, damit es nicht
zu Verwechslungen kommt. Tapas wurden bekanntlich in Granada erfunden. Und die
spanische Wikipedia sagt zwar, Pincho es muy similar a una tapa. Dennoch gibt
es für beide Stichwörter getrennte Einträge. Tapas sind eben Tapas. Und Pintxos
sind Pintxos.

 

 

Blumenkohlpaste auf geröstes Brot streichen | pastasciutta.de

 

 

Tapas,
Mezze & Co. – Internationale Häppchen. All you need is… im August

So, und nun werfen wir doch wieder alles zusammen. Es gibt
nämlich leckere Häppchen in den Blogs, die sich der Aktion „All you need
is…“ angeschlossen haben. Mein Rezept für Canapés de Coliflor folgt weiter
unten auf dieser Seite.

Heute bei den Kollegen auf der Speisekarte:

🔵 Teekesselchen Genussblog Papas Arrugadas mit Mojo (vegan) 🔵 1x umrühren bitte aka kochtopf Pimentos de Padrón aus der Heissluftfritteuse 🔵 Jankes*Soulfood Huevos a la flamenca 🔵 Volkermampft Gebackener Ziegenkäse mit Preiselbeerdip auf Blattspinat 🔵 Lebkuchennest Fränkische Tortilla 🔵 Applethree Zucchini Frittata Rezept Low Carb 🔵 Küchentraum & Purzelbaum Vegetarische Empanadas 🔵 Möhreneck vegane Tortilla mit Zwiebelsalsa 🔵 Cook and Bake with Andrea Dreierlei spanische Tapas mit Baguette 🔵 ninamanie Huhn in Sherry-Sahne-Soße 🔵 Mein wunderbares Chaos Kroketten mit Erbsen, Feta und Minzjoghurt 🔵 zimtkringel Pica pica de sepia – Tintenfisch in scharfer Tunke 🔵 feiertaeglich Crostini mit gegrillter Nektarine, Ziegenkäse & Serrano 🔵 Brotwein Pfifferlinge Quiches mit Blätterteig als Mini-Quiches 🔵 Kleines Kuliversum Baba Ganoush 🔵 food for the soul Gazpacho Andaluz – Andalusische Gazpacho

 

Und jetzt kommt’s: Blumenkohlhäppchen wie in Granada

Wenn ich mich bei einem Tinto de verano in Urlaubsstimmung
versetzen möchte, dann bereite ich dazu gerne ein paar Tapas. Viele der kleinen
Appetizer sind ja schnell gemacht. Tortilla española, ein paar Oliven,
Albondigas, die berühmte Gilda… Ein spezielles Gericht bleibt für mich aber
immer mit Granada verbunden. Die kleinen Blumenkohlhäppchen wurden in einer
Bar mit arabisch angehauchter Küche serviert und ich kam damals nicht sofort
darauf, worum es sich handeln könnte. Inzwischen habe ich sie so oft ohne
Rezept zubereitet, dass sie mit dem Original wahrscheinlich keine Ähnlichkeit
mehr haben. Dabei ist aber kein Schaden entstanden.

 

Rezept: Canapés de Coliflor / Blumenkohlhäppchen

 

Zutaten

Die Mengenangaben sind eher als Vorschlag zu betrachten.

2 TL Sesamsaat, schwarz und hell

1 kl. Blumenkohl, ca. 400 g

Salz

1 EL Tahin

Kurkuma

Chiliflocken

Kreuzkümmel, frisch gemörsert

(Alternativ funktioniert auch eine gute Gewürzmischung, z.B.
Ras el-Hanout oder ein Currypulver mit viel Cumin)

1 EL Zitronensaft

20 kleine Brotscheibchen

Olivenöl

 

Zubereitung

Die Sesamsaat in einer heißen Pfanne kurz anrösten bis sie
duftet und sofort auf einen Teller schütten.

Den Blumenkohl in Röschen teilen und in Salzwasser gar kochen.
Das Gemüse etwas abkühlen lassen und in den Blender geben. Mit Tahin,
Zitronensaft und den Gewürzen zu einer leicht stückigen Paste verarbeiten.

Die Brotscheibchen bei schwacher bis mittlerer Hitze in
Olivenöl braten und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Die Paste dick auf das
Brot streichen. Gerösteten Sesam zwischen den Fingern zerreiben und auf die
Häppchen streuen.

Tipp:

1. Die Paste lässt sich auch ein paar Stunden im Voraus
zubereiten und im Kühlschrank aufbewahren. Sie sollte aber vor dem Essen unbedingt
rechtzeitig auf Zimmertemperatur gebracht werden!

2. Tahin gibt es in unterschiedlichen Qualitäten. Die Canapés
auf meinen Fotos wurden mit dunklem Tahin zubereitet. Deutlich hübscher werden
sie mit hellem Tahin.

 

Brotstangen aus Baguettemehl und Vollkornmehl | pastasciutta.de
 
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