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Man sollte wirklich keine Foodblogs lesen. Jedenfalls dann nicht, wenn man gelegentlich auch noch mal an etwas anderes denken will, als nur ans Essen. Da berichtet zum Beispiel die großartige Missboulette ganz en passant davon wie sie einen einfachen Nudelsalat zusammenstellt, den sie in ähnlicher Form gerne in einem vietnamesischen Restaurant zu sich nimmt. Ihre Nachbauversion sieht atemberaubend aus und wird peinlich genau mit Bildern dokumentiert, als ob der Text allein nicht reichen würde, um mich um den Schlaf zu bringen. Die pikante Sauce, das knackige Gemüse, „etwas Fettiges“… Sofort muss ich an frischen Knoblauch und geriebenen Ingwer denken, an Chili und an Koriandergrün. Die Folge ist, dass ich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen meine Version von diesem aufregenden Mix nachbaue und die Bilder auf Facebook zeige. Mit Linguine statt mit Reisnudeln, weil man es sich nicht immer so aussuchen kann. Doch auch in diesem Fall macht italienische Pasta glücklich.

Die Rolle der Schlaflosigkeit (Loempia insomnia)

Höchst zufrieden schwelge ich in den Aromen. Doch eine Sache geht mir nicht aus dem Sinn. Stand da nicht noch so eine kleine Schweinerei in dem Text? Von grob zerteilten Frühlingsrollen darin war doch die Rede, oder nicht? Wie soll ich je wieder schlafen können, wenn ich das nicht ausprobiere? 

Für die Frühlingsrollen wählte ich eine Teigvariante, die ich zwar gelegentlich schon ausprobiert habe, über deren wahres Rezept ich mir aber nicht ganz sicher sein kann, bis mein eigentlicher Rechner wieder hergestellt ist, denn der hat gerade mal Pause. Eigentlich hat es zwar funktioniert, allerdings hat der Teig auch kleine Risse bekommen, was so nicht vorkommen sollte. Ich denke, wenn man die Rollen in einer Pfanne brät, statt sie in einer Friteuse auszubacken, sollten sie sich nicht allzu sehr vollsaugen. Das zumindest hat bei mir ganz gut geklappt. 

Frühlingsrollen

ergibt 3 Stück

100 g Mehl mit 250 ml Wasser verrühren und 30 Minuten quellen lassen. Eine sehr große Pfanne mit guter Beschichtung auf mittlerer Stufe erhitzen und sehr dünn mit Erdnussöl einpinseln oder mit Hilfe eines Küchenpapiers ausfetten. Etwas Teig in die Pfanne gießen und fest werden lassen. Wenn der Rand sich hebt, kann der Fladen vorsichtig umgedreht werden. Dabei ist ein bisschen Geschick nötig, da der Teig dazu neigt, zu reißen und zu kleben.

Für die Füllung

3 Frühlingszwiebeln in hauchdünne Scheibchen schneiden, zwei Knoblauchzehen und ein kleines Stück Ingwer fein reiben. Alles mit etwa 100 g Rinderhack und etwas Salz vermischen und in Erdnussöl in einer beschichteten Pfanne anbraten. Eventuell mit Sojasauce abschmecken. Die Mischung soll beim Braten möglichst viel Feuchtigkeit verlieren.

Die Füllung auf einen Teigfladen geben und den Teig von unten sowie von den Seiten einklappen und dann von unten aufrollen. Den Schluss mit etwas Eiklar einpinseln. Die Frühlingsrollen in Erdnussöl frittieren oder braten.

Dazu schmeckt süße Chilisauce. Mit etwas Sambal oelek, Zucker, Wasser, Speisestärke, Limettensaft und einem Scheibchen Ingwer lassen sich fast unvorstellbare Mengen von dem Zeug herstellen. Einfach alle Zutaten, bis auf Wasser und Stärke, nach Geschmack mischen und aufkochen. Die Stärke mit Wasser verrühren und mit der Mischung zum Kochen bringen, – fertig!

Die Frühlingsrollen unbedingt aufgeschnitten und mit etwas Frischem, Knackigem servieren. In diesem Fall ist es ein kleines Salätchen aus fein geschnittenem Spitzkohl, geraspeltem Kohlrabi, Ingwer, Knoblauch, Chili und Reisessig. 

Nach dem Fototermin habe ich die Frühlingsrollenstücke selbstverständlich ihrem vorbestimmten Schicksal zugeführt und sie in einer großen Portion Nudeln mit Gemüse versenkt.

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