Es ist klein, knusprig und man macht es aus Kartoffeln. Dass es auch noch sehr lecker ist, wird niemanden überraschen. Wahrscheinlich darf man das auch gar nicht sagen, denn Stierum kommt aus Süddeutschland, und da mögen sie das Wort nicht so gerne. – Egal, es bleibt ja unter uns. Stierum scheint nämlich so eine Art Geheimtipp zu sein. Bis ich es bei Petra entdeckte, war es mir völlig unbekannt. Und ich muss es seitdem ständig erneut zubereiten, damit ich es nicht wieder vergesse. Haha, da lacht Ihr! Tatsächlich vergesse ich dauernd diesen komischen Namen.
Also, entdeckt habe ich Stierum vor einiger Zeit bei Petra Holzapfel. – Petras Foodblog Chili und Ciabatta wurde mir bei der schönen Aktion #kochmeinrezept, die von Volker aka volkermampft ins Leben gerufen wurde, zugelost.
Diese Art von Interaktion unter den Blogs findet generell viel zu wenig statt und ist daher besonders liebenswert. Eigentlich sollen die Blogs sich unter einander besser kennenlernen, aber das ist bei Chili und Ciabatta so ’ne Sache, weil es sich gar nicht um einen stinknormalen Allerweltsblog handelt. Es ist vielmehr eine Institution des essenden, kochenden und backenden Internets. Petra bloggt so lange, so beständig und mit so viel Fleiß, dass ihre Website vermutlich einen ähnlichen Umfang wie Wikipedia hat. Es ist also eine Enzyklopädie für ausgesprochen gutes und abwechslungsreiches Essen, die mit ganz viel Leidenschaft und Sachverstand betrieben wird. Wem Kochen manchmal zu langweilig ist und wer glaubt, er hätte schon alles gesehen, wird sicherlich noch von Samsa aus Burkina-Faso überrascht . Vielleicht macht der Blick in den Blog auch Lust darauf, umgehend ein paar Schweinehaxen zu räuchern. Oder man nimmt einfach Urlaub, um das Projekt Momofuku nachzukochen. – Mit anderen Worten, kein Mensch kann Chili und Ciabatta wirklich komplett kennen, aber es wird auch kaum einen kochenden Internetnutzet geben, der Petras Blog nicht kennt
Das Stierum hatte ich bereits ein paarmal zubereitet, bevor diese Runde mit #kochmeinrezept gestartet ist. Der schwäbische Name machte mich irgendwie verrückt, weil er mir so fremd und exotisch vorkam und weil ich bis heute Mühe habe, mir das Wort zu merken. Petra, die selber gebürtige Schwäbin ist, schreibt, dass ihr der Name selber nicht geläufig war.
Zum Glück ist es mit dem Rezept umso einfacher. Wenn es noch weniger Zutaten hätte, dann wär es schon kein Rezept mehr. Ich empfehle unbedingt gute mehlig kochende Kartoffeln und Erdnussöl zu verwenden. Die kleinen Stierümchen eignen sich hervorragend als Beilage zu einem Gericht mit viel Sauce oder auch als Snack mit einem Sauerrahm-Dipp.
Stierum
nach Chili und Ciabatta
Zutaten:
für 2 Personen als Beilage oder als Snack
500 g mehlige Kartoffeln
ca. 75 g Mehl
Salz
geriebene Muskatnuss
Erdnussöl zum Ausbacken
Außerdem:
Kartoffelstampfer


Die Kartoffeln waschen, schälen, in Stücke schneiden und in Salzwasser kochen. Die gekochten Kartoffeln abgießen und kurz ausdampfen lassen. Mit dem Kartoffelstampfer alles fein zerdrücken. Mit Salz und Muskat würzen und das Mehl nach und nach unterrühren.
Nach Petras Methode rührt man die ganze Masse kräftig mit dem Kochlöffel auf der (mittel)heißen Herdplatte durch, so wie man es bei Brandteig macht. Das scheint für die Konsistenz gut zu sein und ich habe es bisher nicht anders gemacht.
Dann nimmt man den Topf vom Herd und lässt die Masse etwas abkühlen.
Nach und nach eine Hand voll Kartoffelteig aus dem Topf nehmen und Stücke (etwas größer als Walnüsse) aus der Masse herausbrechen, die eine unregelmäßige Oberfläche haben.
Reichlich Erdnussöl in einer Pfanne erhitzen und die Teigstücke schwimmend darin ausbacken.



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