Ich erzähl dir mein Essen…


Pasta #58 – Buttermöhrchen für die Figur

Blog-Event CIV - Rezepte fuer die Figur

Rezepte für die Figur. – Hey, was für eine Figur? Der menschliche Körper ist ja an sich schon so eine Witzfigur. Alles, was wir essen, ist, wenn man es so sieht, auf irgendeine Weise für die Figur.

Aber mit dem Ausdruck „für die Figur“ ist wohl was anderes gemeint. Der Ausdruck ist schon ein bisschen in die Jahre gekommen, bedeutet aber eigentlich „für die schlanke Figur“. Heute sagt man sowas nicht mehr. Jedenfalls nicht, wenn man cool ist. Heute muss man “detoxen, gesund leben, leicht leben, entlasten, was für sich tun, mal ausprobieren ob man ohne Kohlenhydrate auskommen kann, unverträgliche Nahrungsmittel meiden, sich besser fühlen, ein veganes Experiment machen, alles roh (neue Schreibweise: raw) essen, diese unheimlich leckeren grünen Smoothies trinken, für den Geist und die Seele fasten, schnell noch eine rauchen, gerade so einen gesunden Stress haben… und ganz nebenbei (echt!) ein paar Kilos verlieren”. – Aber hey, Abnehmen? Ich doch nicht!

Abnehmen ist uncool und das wissen auch die, die fast ihr ganzes Leben pausenlos auf Diät sind. Bloggerinnen, die lieber sterben würden, als Kohlehydrate zu essen, posaunen herum, wie schamlos sie reinhauen können und dass sie sich das Buttercremefrosting mit dem Löffel reinpfeifen. Selbst Supermodels, deren Daseinszweck das Diäthalten und Dünnsein ist, lassen sich wie zufällig mit fettriefenden Burgern fotografieren und das Material von den eigenen Agenturen verbreiten. Und warum tun sie das? Weil sie wissen, wie unsexy es ist, wenn man nie etwas essen kann. Obwohl jeder einsieht, dass man nicht mit 1,75 m Körpergröße in Size Zero reinpasst, wenn man dicke Butterbrote mit Leberwurst oder Wiener Schnitzel zu sich nimmt, soll die kaufkräftige Öffentlichkeit auf gar keinen Fall das echte Bild im Kopf haben.

Auch ein Supermodel verliert deutlich an Glamour, wenn das hübsche Gesicht beim Anblick von Nahrung Stress und Schweißperlen zeigt. Keiner soll die gesellige Tafelrunde sehen, bei der das richtige Essen den Männern vorbehalten ist, weil die Damen wirklich nur an einem Salat schnuppern wollen. Oder diesen Fototermin auf dem Oktoberfest, bei dem für die Kameras noch Bierhumpen gestemmt werden und danach ein Teller mit magerem Schinken für den ganzen Abend reichen muss. Puh, was bin ich satt! Ich hatte doch gestern schon eine Erbse!

Kann man sich dem entziehen oder machen wir da alle mit? Für Hollywood-Stars und Models ist das sicherlich vertretbar, denn es gehört zum Geschäft.

Bei mir ist es andererseits so, ich kann abspecken bis zum Gehtnichtmehr, davon werd ich auch nicht schöner. Und 20 Kilo weniger machen mich nicht 20 Jahre jünger. Auch wenn nach der Abspeckkur jeder säuselt, ach Gott, was siehst Du guuut aus! Hast Du abgenommen?

Willst Du Dein Leben wirklich mit diesem Unsinn verbringen? Dann sieh Dich in Deinem Bekanntenkreis um und überlege mal, wer alles schon die meisten seiner Jahre mit Diät (oder Detoxen, gesund Leben, leicht Leben, der super-gesunden Soundso-Kur… siehe oben!) zugebracht hat.

Natürlich kann auch ich mich dem ganzen Quatsch nicht ganz entziehen. Ich lebe schließlich nicht auf meinem eigenen Planeten. Aber ich möchte lieber von Essen erzählen, das gut schmeckt und satt macht. Ich finde nämlich, mehr muss Essen gar nicht können.

Daher gibt es aus Anlass des Blog Event CIV – Rezepte für die Figur bei mir ein ganz normales Mittagessen, wie ich es an einem Wochentag koche. Da kann sich jeder aussuchen, für welche Figur er es gerade nötig hat. – Guten Appetit!

Das Blog-Event findet wie alle guten Blog-Events bei Zorra im Blog 1x umrühren aka kochtopf statt. Vielen Dank dafür, liebe Zorra!

Buttermöhrchen-Pasta

pro Person

1 Portion Spaghetti

2 mittelgroße Möhren

2 Knoblauchzehen

Salz

Pfeffer oder Chili

Olivenöl

Butter

1 Prise Kreuzkümmel

+ Parmesan zum Servieren

Spaghetti in Salzwasser kochen.

In der Zwischenzeit Möhren schälen und in kleine Stücke schneiden. Die Möhren mit etwas Salz langsam in Olivenöl braten, bis sie weich sind. Das Gericht schmeckt umso besser, je langsamer die Möhren gebraten werden. Wer auf Nummer Sicher gehen will, macht es also umgekehrt und bereitet die Möhren vor den Spaghetti zu.

Den Knoblauch hinzufügen und kurz mit den Möhren schwitzen lassen. Kreuzkümmel mörsern und die Möhren damit würzen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Möhren in einen Mixer geben und kurz zerkleinern. In der Pfanne mit etwas Butter vermischen und nochmals kurz erhitzen.

Die Spaghetti abschütten und tropfnass mit den Möhren vermengen.

Mit geriebenem Parmesan servieren.

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