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Pastasciutta geht auch mal ins Restaurant – Foodcamp San Sebastián, Teil III

Wenn in dieser Stadt schon das Fast Food so phantastisch ist, was muss es dann erst für ein Vergnügen sein, in einem richtigen Restaurant zu essen?

Das Bodegón Alejandro könnte man auch als die Kinderstube des Martín Baserategui bezeichnen. Die Eltern des berühmten Meisters haben dieses Lokal früher betrieben und seine Mutter kochte dort einfache baskische Küche. Heute gehört das Bodegón Alejandro der Firma IXO, die unter anderem auch für das Mugaritz und das Bistro im Guggenheim Bilbao verantwortlich ist.

Baskisch ist die Küche im Bodegón Alejandro durchaus noch immer, allerdings ist sie auch mit der Zeit gegangen. Meeresspinne/Txangurro, gefüllte Tomate mit Tintenfisch, Seehecht, Knoblauch… alles sehr baskisch, wie wir inzwischen wissen.

Der kleine Kürbissuppen-Shot kam schön heiß auf den Tisch und schmeckte wunderbar zu den hauchdünnen Brotscheiben.

Spätestens an dieser Stelle dachte ich, jetzt können sie nicht mehr viel falsch machen. Das kleine Txangurro-Salätchen kam meiner persönlichen Vorstellung einer perfekten Vorspeise schon verdammt nahe. Der Wein dazu: Txakoli Bengoetxe D.O. Getariako Txakolina.

Nach unserem Besuch der Koch-Universität, haben wir dieses Gericht als ganz eindeutig baskisch identifizieren können: Tomate mit Tintenfisch gefüllt, auf schwarzem Risotto. Dieser kleine Klecks weißer Soße obendrauf war wohl die Sauce aus Idiazábal und unheimlich lecker. Dazu gab es Aliaga Doscarlos D.O. Navarra.

Seehecht genießt ebenfalls den Ruf, eine lokale Spezialität zu sein. Obwohl die gestampften Kartoffeln mit gutem Olivenöl übergossen waren, schmeckten sie irgendwie nach Butter. Im Glas hatten wir Care D.O. Cariñena.

Die Lammschulter kam als handliches kleines Päckchen daher, butterweich geschmort und in Begleitung von allerleckerster Knoblauchcreme sowie einem Klecks Kartoffelcreme. Der Baigorri Crianza D.O.Ca. Rioja passte ganz wunderbar.

Tja, und dieses Ding, das sich so profan French Toast nannte und mit Frischkäseeis serviert wurde, gibt mir schon die ganze Zeit zu denken. Warum bin ich noch nicht darauf gekommen, French Toast so zu machen? So zart und saftig? Und wir kriegt man das überhaupt hin? Es werden wohl einige Tests folgen… Der süße Zitruswein war hausgemacht.

Eigentlich eher eine Spielerei als ein Dessert: Auf der hauchdünnen Schokoladenscheibe liegt ein bisschen Schnee und in den Teller fließt gerade eiskalter Ananassaft. Wenn man die Schokolade mit dem Löffel zerteilt, dann soll sie durch die Kälte in ganz knackige kleine Splitter zerbrechen.

Zum Kaffee gab es dann endlich mal was Süßes, im Hintergrund kleine Likörchen auf Sahne- oder Milchbasis.

Das Essen im Bodegón Alejandro hat mich richtig glücklich gemacht. Wir hatten einen abgetrennten Raum für unsere kleine Runde und wir waren bereits bester Stimmung, als wir dort ankamen. Ohne Umschweife entschieden sich alle für das beschriebene Degustationsmenü und die passenden Weine dazu. So konnten wir jeden Gang und jeden Wein gemeinsam genießen und uns zusammen darüber freuen. Das Menü war aus meiner Sicht perfekt zubereitet und traf ganz genau meinen Geschmack. Die großzügig ausgeschenkten Weine waren passend dazu ausgewählt.

Als wir das Lokal verließen, hatte ich das Gefühl etwas richtig Schönes erlebt zu haben. Und auch die Dame vom Service grinste uns hinterher, als wäre ihr vollkommen klar, dass diese nette Runde gerade richtig viel Spaß gehabt hatte.

Für das Degustationsmenü zahlten wir 38,50 €. Das Winepairing kostete 14 €.

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