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Rotauge, sei wachsam!

Sie sind überall und doch sind sie nirgendwo zu bekommen. Rotaugen kann man nicht einfach beim nächsten Fischhändler erwerben, wenn man gerade Appetit darauf hat. Dabei gibt es nördlich der Alpen wohl kaum ein Gewässer, in dem die kleinen Weißfische nicht zu Hause sind. Obwohl das Fleisch der Rotaugen gut schmeckt, sind sie auf dem Teller nur mittelmäßig attraktiv. Ihre Gräten sind wirklich ein Fluch. Neben den sehr spitzen, harten Hauptgräten haben sie auch noch heimtückische kleine V-Gräten, die beim Essen keinen Spaß machen. Um damit fertig zu werden, schicken Angler die kleinen Fischlein gerne durch einen Grätenschneider, der die Gräten so stark zerkleinert, dass sie keinen Schaden mehr anrichten können.

Anders ist es in Luxemburg. An der dortigen Mosel werden die Rotaugen zu „Friture de la Moselle“ verarbeitet, ordentlich paniert und frittiert. Man isst sie aus der Hand, meist als Vorspeise. Nachdem man mit der Rückenflosse eine ganze Reihe kleiner Gräten wie einen Reißverschluss aus dem Fleisch gezogen hat, beißt man einfach beherzt in den knusprig heißen Fischrücken. Dazu gibt es natürlich einen Elbling.

Am Freitag brachte mein Fischhändler Rotaugen vom Ijsselmeer mit, für sagenhafte 5 Euro pro Kilo! Das konnte ich mir nicht entgehen lassen. Dummerweise habe ich die Fische nur in Mehl gewendet und dann ausgebacken. Beim nächsten Mal werde ich sie ganz sicher richtig panieren. Dazu gab es Kartoffeln aus dem Backofen und Mayo.

Auf diese und weitere Süßwasserfische weist auch Peggy Schatz hin. Die Berlinerin hat gleich das ganze Jahr 2013 zum Jahr des Süßwasserfischs  erklärt, – was ich für eine verdammt gute Idee halte! Ich halte also weiter die Augen offen, in der Hoffnung weitere interessante Süßwasserfische zu entdecken.

Süßwasserfische – Das Jahresevent 2013 von multikulinarisches.

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