Ich erzähl dir mein Essen…


Sauerkirschen setzen sich durch


So stelle ich mir das nämlich vor. Der Wochenmarkt plätschert vor sich hin. Frisches Gemüse und reifes Obst türmen sich an den Ständen. Appetitlich liegt das Schweinefleisch neben dem Geflügel, während Lamm und Wild an einem anderen Wagen zum Kauf angeboten werden. Käse, Brot, Honig und Eier, alles verlockend und sehr verführerisch.

Durch das Surren der emsigen Marktbesucher hindurch rufen alle Köstlichkeiten gleichzeitig, sie wollen mit. Das Kunststück besteht darin, die eindringlichsten Rufe herauszufiltern. Grüne Bohnen? Lammfleisch? – Die Sauerkirschen setzen sich schließlich durch.

Zu den wenigen Lebensmitteln, die sich immer noch an eine rasend kurze Saison halten, zählen die Sauerkirschen. Die charakterstarken Früchte sind nur während einer ganz kurzen Zeit im Jahr zu bekommen. Praktisch gelingt es mir nie, mehr als ein einziges Mal welche zu kaufen, bevor die Saison wieder vorbei ist.

Und was mache ich damit? – Psssst! Erzählt es bitte nicht meiner Mutter, denn als Kind habe ich es gehasst, wenn zu Hause Sauerkirschpfannkuchen auf den Tisch kamen. Erst seit ein paar Jahren bereite ich die süße Hauptmahlzeit einmal pro Jahr zu. Dabei beschleicht mich dann wahrhaftig das Gefühl, Kindheitserinnerungen zu verspeisen. – Ja, die Dinger schmecken tatsächlich! Das hätte mir mal früher jemand erzählen sollen!

Für ein bis zwei Personen nehme ich 2 Eier, 125 ml Milch, 4 El. Mehl, 1 kräftige Prise Salz, 2 El. Zucker. Daraus bereite ich einen Pfannekuchenteig, der zunächst 15 bis 30 Minuten ruhen sollte. Danach muss der Teig nochmals kräftig durch gerührt werden.

In einer beschichteten Pfanne etwas Butter schmelzen und mit dem Pinsel verteilen. Eine Portion Teig hinein geben und entsteinte Sauerkirschen darauf setzen.

Mit Hilfe einer Platte (Kuchenretter) den Pfannekuchen aus der Pfanne gleiten lassen. Nochmals Butter in die Pfanne geben und dann den Pfannekuchen auf der zweiten Seite fertig backen. Es schmeckt besser, wenn die Sauerkirschen auch richtig in der Butter gebraten werden. Und es lohnt sich auf alle Fälle, eine sehr hochwertige Butter zu verwenden, die einen guten Geschmack abgibt.

Und nach dem süßen Mittagessen kommt der Nachtisch: Boerenkaas aus Holland. Ich weiß, dass man das Zeug nicht überall kaufen kann. Aber, wenn es mal welchen gibt, dann unbedingt zugreifen!


9 Antworten zu “Sauerkirschen setzen sich durch”

  1. Och bei euch gibts schon Sauerkirschen? Ich hab bei uns noch keine gefunden, war doch heute auf dem Markt. Muss ich morgen unbedingt zum Obsthändler meines Vertrauens gucken fahren. Ich hab ja noch Reh im Frost, das könnte man ja mit Sauerkirschsoße machen.
    Ach sch…, ich hab ja am WE gar keine Zeit. Muss ja feiern gehen(schon wieder).
    Liebe Grüße aus der Oberlausitz, Sandra

  2. Sauerkirschen…. Hach, das Obst meiner Kindheit… Meine Grosseltern hatten einen Baum im Garten und ich glaube, sie fanden es nicht lustig als ich gross genug war, die tiefhängenden Kirschen im Vorübergehen zu klauen und die Kerne in den Garten zu spucken… 😉 Und Sauerkirschgelee.. *schwärm*
    Den Baum gibt's nicht mehr.. Kontakt zu meinen Grosseltern auch nicht mehr und ich habe Ewigkeiten – seit der Baum starb – keine Kirschen mehr gegessen..

    Ich verrat's deiner Mutter nicht, wenn du es nicht meiner Oma erzählst… 😉

  3. @Frau Kampi: Wenn ich den Händler richtig verstanden habe, waren dies bereits die letzten Sauerkirschen. So schnell geht das.

    @Tina: Ist bei mir auch mit Erinnerungen an den Kirschbaum meiner Oma verbunden. Das Schöne daran war, dass die Kirschen hinter eingeweckt und ganzjährig für Kischkuchen verwendet wurden.

  4. Hallo nata,
    superlieben Dank fuer Deinen so netten Kommentar, freue mich auch, dass ich Dich gefunden habe… ist ja immer alles so fuerchterlich lecker bei Dir und meine "Diaet" kann ich ja immer noch irgendwann mal machen! ;0)
    Ganz liebe Gruesse
    Maren

  5. Oooo wie lecker,

    bei uns im Haushalt soll es nie ohne Holaendischen Kaesen gehen…schmunzle

    herzliche guresse Conny

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