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Feinripp aus dem Suppentopf


 

Grünkern klingt immer blöd, denn der Name ist irgendwie unsexy. Wer die achtziger und neunziger Jahre in Deutschland erlebt hat, kann sich von gewissen Gedanken nicht ganz frei machen. Körnerkost, spaßbefreite Vollkornmissionare, Grünkernbratling statt Frikadelle. Ungerecht daran ist, dass Grünkern wirklich gut schmeckt. Das unreif geerntete Dinkelkorn macht satt und stellt selbst eingefleischte Grünzeugächter zufrieden. Allein aufgrund seines Images bleibt Grünkern der Feinrippschlüpfer unter den Getreidesorten.

Grünkerngemüseeintopf (für etwa 2 l )

1 Zwiebel und 1 große Möhre in Olivenöl anschwitzen.

250 g Grünkern (oder Grünkernschrot), eine gehackte Knoblauchzehe und etwas Chili kurz mitschwitzen und mit 1,5 bis 2 l Gemüsebrühe aufgießen.

Die Suppe etwa 30 Minuten (bei Schrot etwas kürzer) auf niedrigster Stufe kochen lassen.

1 Stange Lauch in ganz kleine Stückchen schneiden.

Sobald der Grünkern weich gekocht ist, die Suppe mit einem Mixstab nicht ganz fein pürieren. Den klein geschnittenen Lauch sowie 100 ml. Sahne hinzufügen und die Suppe weitere 10 Minuten kochen.

Abschmecken mit Meeralz, Zitronenpfeffer und Muskat.

Eventuell dickt die Suppe nach dem Pürieren zu stark an. In diesem Fall einfach etwas mehr Gemüsebrühe oder Sahne nehmen.


17 Antworten zu “Feinripp aus dem Suppentopf”

  1. Hihi, das hast du perfekt beschrieben! Aber schmecken tut´s echt gut und so dicke Süppchen mag ich sowieso gerne.

  2. Ich habe die achtziger bewusst erlebt, aber der Grünkern ist an mir vorbei gegangen. So was hatten wir im Osten nicht(nicht das ich wüsste).
    Deshalb gehe ich da unbedarft an die Sache ran, wobei ich ja eigentlich den Geschmack nicht beurteilen kann. Muss mal schauen, ob da jemand mitisst.

  3. HiHi, ist Eure Waschmaschine kaputt 😉 Ich habe Grünkern auch noch nie probiert, aber ich glaube das ist auch nicht kompatibel mit meinem Mann! Viele Grüsse Andrea

  4. @Christina: Danke :o)

    @Frau Kampi: Grünkern schmeckt wirklich gut, auch wenn es nicht so klingt. Für kritische Anfänger würde ich aber empfehlen, eher ein feineres Süppchen daraus zu bereiten. Etwas flüssiger, cremiger und feiner püriert.

    @lamiacucina: In Rosa? Echt? :o))

    @Andrea: Doch, auch große Fleischesser mögen Grünkern. Ich kenne sogar persönlich welche ;o)

    @Heike: Genau! :o)

    @365Tage: Bist Du sicher?

  5. Ich habe eine schwäbische Tante. Da habe ich eine Grünkernsuppe kennen und liebengelernt, da leckt man sich die Finger danach.

  6. Ogott. Grünkern. 80er. Das war noch zu Zeiten, da ich eine Waldorfschule besuchte und egal. Ein dunkles Kapitel, ein sehr dunkles.

  7. Auf dem wunderschönen Bauernmarkt in Sault (Provence) habe ich "Épeautre" gekauft, vor allem wegen des klangvollen Namens. Erst daheim verriet das Lexikon, dass diese "Dessous" nichts anderes als mein 80er-Jugend-"Feinripp" waren 🙂 (ich mag's gern)
    Bon appetit! Anne

  8. @Anne: Wenn ich das richtig sehe, dann handelt es sich bei Épeautre um Dinkel, auch wenn es wesentlich hübscher klingt.

    Interessanterweise ist der Grünkern ja eigentlich nur in Deutschland bekannt. Wikipedia kennt daher auch keinen Eintrag in anderen Sprachen für diese Spezialität.

  9. @Anne: Das scheint es wirklich zu geben. Da staune ich aber. Muss ich mal im Auge behalten.

  10. Ich habs nachgekocht und war sehr zufrieden – auch die Männer hier, die eigentlich immer lieber "mit Fleisch" essen. Der Große sagte sogar: "Mama, kochst du das nochmal?" Welch Ehre!

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