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Das Feriengemüse


Vor drei Jahren war Ratatouille in aller Munde.  Eine animierte Filmratte machte das Gemüsegericht in Deutschland populär, und im Internet gingen die Rezepte herum wie ein Lauffeuer.

Meine ganz persönliche Meinung zu diesem Klassiker der südfranzösischen Küche stand damals längst fest. Mir geht es nicht viel anders als dem Restaurantkritiker Anton Ego im Film: Obwohl das Gericht so einfach scheint, trifft es nur dann den richtigen Nerv, wenn es Kindheitserinnerungen weckt. Und das ist bei mir wirklich nur der Fall, wenn das Ratatouille ein bisschen aufwändiger hergestellt wird. Nur dann schmeckt es nach Sommer in Südfrankreich und nach langen Schulferien.

Mein Ratatouille ist kein fettarmes Diätessen. Es darf auf gar keinen Fall zu wenig Olivenöl enthalten und es müssen alle Gemüse schön angeschmort werden. Das ist wichtig und das braucht seine Zeit. Außerdem mag ich es sehr gerne, wenn die Gemüsemischung auch Staudensellerie enthält, wie das Ratatouille in meiner Erinnerung. Mengen spielen hingegen keine Rolle, es wird nichts abgewogen.

Mein Ratatouille

Also beginne ich mit den Auberginen. Sie werden gewaschen, am Stielansatz abgeschnitten und dann in mundgerechte Stücke geschnitten. Danach bestreue ich die Stücke mit Salz und lasse sie eine Weile schwitzen. Auf diese Weise lassen sie sich hinterher besser braten. Sie werden schneller weich und saugen nicht gleich das ganze Öl auf.

Während die Auberginen schwitzen, ist Zeit, das übrige Gemüse zu putzen und in Stücke zu schneiden: Staudensellerie, Paprika, Tomaten, Zucchini, Zwiebeln, Knoblauch. Falls vorhanden, auch ein paar Kräuter vorbereiten: Basilikum, Petersilie, Thymian, Rosmarin.

Mein Ratatouille bereite ich in einer sehr großen Pfanne zu. Das Anbraten beginnt dann wieder mit den Auberginen, die bei mittlerer Hitze ziemlich lange brauchen. Danach lege ich sie in ein Sieb und lasse das Öl abtropfen. – Es bleibt trotzdem genug Öl darin, auch, wenn man es (wie ich) sehr ölig mag!

Danach brate ich die Zucchini an und würze sie gleich zu Beginn mit Salz. Zum Schluss füge ich reichlich gehackten Knoblauch und etwas Thymian hinzu. Die Zucchini aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen.

Zwiebeln anschwitzen, Staudensellerie hinzufügen, Paprika hinzufügen, Rosmarin hinzufügen. Dann die Tomaten dazu geben, die Auberginen und die Zucchini. Mit Basilikum und glatter Petersilie würzen und mit Salz abschmecken. Alles zusammen kochen lassen, bis die Tomatenstücke zerfallen.

Das Ratatouille geht heiß und kalt, schmeckt aber am besten lauwarm.

Dazu passt eine schöne Dorade, mit etwas Olivenöl übergossen und mit Meersalz bestreut. Nach 20 bis 25 Minuten bei 200° C im Ofen, ist sie lecker und fertig.


15 Antworten zu “Das Feriengemüse”

  1. Da meine Kindheitserinnerungen an die Ratatouille von einem 90% Zucchone-anteil getrübt sind, probiere ich lieber von deiner Version.

  2. @lamiacucina: Mit viel Olivenöl schmeckt das alles prima.

    @anie: Dann weißt Du ja, wie lecker das ist :o)

    @365 Tage: Danke! – Ich steh ja total auf solche Backofenfische :o)

  3. Irgendwie werde ich hier viel zu oft an meinen Kreta-Urlaub von vor über 16 Jahren errinnert! Für eine Reinkarnation der griechischen Tante in deiner Seele wäre es wohl noch zu früh – die lebt ja noch 😀

  4. Dorade und Ratatouille – perfekt!

    Bei meiner Ratatouille muss auch viel Aubergine ran. Stangensellerie war mir neu, interessant!

  5. Lecker…du hast recht, Olivenöl braucht das auf jeden Fall. Sparen nutzt da gar nichts. Mit Grausen denke ich an das Ratatouille in unserer Kantine…grusel. Deines schaut superlecker aus.

  6. @Kirsten: Freut mich!

    @thally: Interssanter Aspekt, auf den ich noch nicht gekommen bin. Zu Griechenland habe ich leider gar keine Verbindung.

    @Barbara: Das mit dem Stangensellerie hat sich bei mir so festgesetzt. Dabei meine ich, dass ich den als Kind zunächst gar nicht mochte.

    @Isi: Vielen Dank. Ich kann mir auch kaum vorstellen, wie man das in der Kantine ordentlich hinkriegen soll. Ist irgendwie mehr so eien Zuhauseessen.

  7. Wieso Euer Essen? Das ist ganz klar meines!!!
    Und ich erhöhe gerne mal zu Lasten der anderen teilnehmenden Gemüsesorten den Auberginenanteil.
    Ich mag auch ganz gerne Ratatouille
    ohne Staudensellerie, Paprika, Tomaten, Zucchini.
    🙂
    Was? Das ist dann kein Ratatouille mehr?
    grmpf….

  8. @nata: Ich hoffe jedoch, dass meine Besuche hier glimpflich enden, da ich den Kreta-Urlaub wegen eines Verkehrsunfalls vorzeitig beenden musste 😀

  9. @thally: Ohjeh, das tut mir leid! Dann fahr mal schön vorsichtig, damit nichts passiert…

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