Ich erzähl dir mein Essen…


Wie kommt man eigentlich nach Saarbrücken?


Na, zum Beispiel, indem man am Konrad Adenauer Flughafen eine alte Freundin abholt und dann mit dem Auto Richtung Eifel fährt. Kurz vor Trier fällt einem vielleicht ein, dass die peinlich genaue Packliste einen kleinen Fehler hatte. Mit Listen ist es nämlich so ähnlich wie mit Rezepten. Das Lesen ist immer äußerst interessant, aber wer hält sich schon daran? Jedenfalls fehlte so ein Zeug für meine Kontaktlinsen, von dem ich vollkommen abhängig bin.

Wie gut, dass es Trier gibt! Dort sollte man zwar längere Zeit (und ich meine damit echt lange Zeit!) für das seltsamste Parkhaus der Welt einplanen, aber ansonsten ist Trier das Beste, was einem in dieser Gegend passieren kann. Toller Marktplatz, mit ganz bezaubernden alten Häuschen, quicklebendiger Wochenmarkt mit Weinausschank, surrendes und fröhlich brummendes Volk in allen Gässchen. Ein Traum von einer Moselmetropole!

In Trier haben wir rasch die wichtigsten Dinge erledigt: Kontaktlinsenzeug gekauft, Forellen gegessen, Eis gespachtelt. Merkwürdigerweise sprach an der dänischen Eisbude niemand Dänisch, aber es standen sogar Italiener in der Schlange, und die sind sowas wie Eisexperten. Mit anderen Worten, das Eis war lecker. 

Wenn man aus dieser schönen Stadt wieder rauskommen will, muss man sein Auto aus dem Parkhaus erlösen. Zuerst, wenn man die Tafel mit den Preisen checkt, ist das eine große Freude. Solche Preise gelten in Köln auf manchen Parkplätzen pro Minute. Nach dem Bezahlen gilt es jedoch, Ruhe zu bewaren, denn sonst darf man für immer in dieser schönen Stadt bleiben.

Der Grundriss des Parkhauses scheint irgendwie den Umrissen eines südpazifischen Archipels zu folgen. Wer sich besoonders schlau vorkommt, merkt sich die Parkplatznummer. Nutzen wird es jedoch nichts, weil nur manche Parkplätze nummeriert sind. Außerdem ist die Reihenfolge der Nummern eher kreativ angeordnet. Beim nächsten Mal werde ich wahrscheinlich Brotkrumen oder Papierschnipsel auslegen.

Weiter also, Richtung Saarbrücken. Wir fahren bei Wasserbillig über die Grenze. Dort fließt die Sauer in die Mosel. Schwäne, Gänse und Enten tummeln sich und es ist zauberhaft schön. Keine Ahnung, warum da keine Touristen sind.

Wir folgen dem gemütlichen Kurvenverlauf der Mosel auf der luxemburger Seite bis Remich. Dort ist an jedem Wochenende die Hölle los. Wer noch nie einen Ort gesehen hat, der hauptsächlich aus Tankstellen besteht, sollte sich kurz mit dem Thema Benzinpreise beschäftigen. Aus meiner Sicht lohnt sich aber auch eine Runde durch den Cactus, denn ausländische Supermärkte sind meist der einzige Grund, weshalb ich überhaupt verreise.

Vor Saarbrücken müssen wir nochmal kurz durchatmen, ‘ne Kleinigkeit essen und uns in den Schlaf trinken. Daher fahren wir ein paar Kilometer zurück, nach Wormeldange, wo wir uns im Auberge Koeppchen einquartieren. Einfaches, gutes Essen, wie man es in Luxemburg erwarten kann, herrliche Cremants und Weine. Mehr will ich gar nicht. Mal sehen, ob ich morgen abreise…?

EDIT: Bei diesem Reisebericht handelt es sich um eine Rückschau auf das vergangene Wochenende. 


11 Antworten zu “Wie kommt man eigentlich nach Saarbrücken?”

  1. Schöne Runde, da bekomme ich Lust auch loszufahren. Geht's auch zu Frau Linster?
    VG,
    Claudi

  2. @Claudi: Eine Tour an die luxemburgische Mosel kann ich sehr empfehlen. Bei Frau Linster waren wir nicht. Da fahren ja alle hin ;o)

  3. *flüster* ich war noch nicht bei Lea Linster, soll aber ganz gut sein. Habe sie aber schön öfters auf dem Wochenmarkt gesehen 😉

  4. Uuuups, da hab ich doch glatt mal wieder was vergessen, sorry!
    Nächstes mal bitteschön einen Zwischenstop an der Terassenmosel!

  5. Es wäre ja sehr gut, wenn ich irgendwann die Möglichkeit habe, Saarbrücken zu besuchen, Es gibt vieles zu sehen 🙂

  6. Ich fahre morgen vielleicht nach Saarbrücken. Irgendwelche Tipps für Foodblogger? Oder ein nettes Lokal/Restaurant? Danke

  7. @Paule: Vergangenes Wochenende war ich zum ersten Mal nach sehr langer Zeit wieder in SB. Ich kenne mich dort nicht besonders aus. Daher kann ich nichts anderes sagen als ich bereits geschrieben habe: Stiefel = Brauhaus, gut, deftig, leckeres Bier. Weber&Paul speisen im Adler. Wegen der Adresse dem Link im Text folgen. Aber ich schätze, dass es durchaus noch ein paar weitere gute Adressen gibt.

  8. Oh pardon, meine Schuld, dachte du wärest öfters da, hab' wohl irgendwo den Faden verloren. Danke aber für die erwähnten Tipps!

  9. Ja, früher kannte ich mich da mal ganz gut aus. Aber das ist lange her. Gut essen konnte man in Saarbrücken aber immer. Man bekam auch immer sehr preiswertes Essen. Vielleicht hat sich das ja nicht geändert? Könnte sich lohnen, mal bei Qype reinzusehen.

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