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Zum Einweichen und Abhaken


Im Winter gibt es keine grünen Bohnen. Bei mir ist das einfach so, weil das schon immer so war. Bei uns zu Hause gab es das Gemüse, wenn es gerade Saison hatte. Ware aus der Dose oder dem Tiefkühler war nicht sonderlich beliebt.

Einige wenige Male bekam ich es bei meiner Oma mit sauer eingelegten Bohnen zu tun. Die klein geschnippelten „Fitschbunne“ werden hier, im Rheinland, milchsauer vergoren und erstaunlicherweise in nicht unerheblichen Mengen in Plastiktüten verkauft. – Meine Begeisterung ist kaum noch zu zügeln, wenn ich dieses Zeug nicht essen muss.

Natürlich liegen auch im Februar frische grüne Bohnen in den Geschäften, und ich will das auch niemandem madig machen. Trotzdem schweift mein Blick gleich weiter, wenn sowas in Reichweite kommt. Meist nehme ich gar nicht wahr, dass Hülsenfrüchte im Winter irgendwo rumliegen.

Volle Aufmerksamkeit bekamen hingegen die Dörrbohnen, die ich immer wieder in schweizer Supermärkten liegen sah. Unattraktive schwarze Späne, in durchsichtigen Plastiktüten zu 100 g abgepackt. – Wie die wohl schmecken? Robert präsentierte sie schon ein paarmal bei lamiacucina und sie sahen dort gar nicht schlecht aus. Robert ist allerdings schlauer als ich und nimmt kein chinesisches Supermarktzeug, sondern eidgenössische Bioware.

Aus den Winterferien habe ich nun ein Tütchen mitgebracht und ausprobiert. Die Bohnen werden einfach über Nacht in kaltem Wasser eingeweicht und am nächsten Tag in Gemüsebrühe gekocht. Ich habe die Brühe hinterher abgegossen und die Bohnen in Knoblauch und Butter geschwenkt. Dazu gab es Emmentaler-Frikadellen und Kartoffelpüree.

Nun warte ich auf August oder September, bevor ich wieder grüne Bohnen esse.

Bohnen, in Wasser eingeweicht.

Und abgetropft. Vor dem Einweichen sind die Bohnen dunkelbraun, fast schwarz.


16 Antworten zu “Zum Einweichen und Abhaken”

  1. Bohnen vermisse ich jetzt auch ganz arg gerade! Wenn das Verlangen zu groß wird, kaufe ich auch mal TK-Ware, aber im Sommer schmecken sie eindeutig besser 🙂
    Getrocknet ist aber schon sehr ungewöhnlich für mich Muschelschubser…

  2. Auf mich wirken diese verschrumpelten Teile nicht gerade sehr appetitanregend. Da esse ich lieber Saure Bohnen oder nehme ganz einfach Deine köstlich aussehenden Frikadellen mit dem Kartoffelpürree

  3. Finde ich sehr interessant. Habe auch bei Robert nachgelesen.
    Ich halte mal die Augen offen in den Bioläden, werde dann berichten.

  4. Bei mir liegt irgendwo noch ein Pack getrocknete Bohnen rum. Geh gleich mal suchen. Zum Glück gibt es bei mir frische Bohnen schon ab Juni im Garten, da muss ich nicht mehr soooo lange warten.

  5. Mit getrockneten Lebensmittelchen habe ich echt ein Problem..ich finde die werden einfach nix..allerdings vermisse ich tatsächlich die sauren Bohnen..mein Vater hat jahrelang Bohnen sauer eingelegt und die mochten wir alle..und die eingweckten gelben Wachsbohnen meiner Mutter die vermisse ich noch mehr…lGHEike

  6. Also ich weiß nicht. Ich reihe mich bei Aniko zu den Muschelschubsern ein und finde es ungewöhnlich und habe diese Dinger noch nie bewusst wahrgenommen.

    Ich glaube ich bleib bei den frischen! ;D

  7. Hier findet man diese Bohnen wirklich fast in jedem Laden. Sie werden auch oft gegessen, ich mag sie jedoch als Salat und da finde ich sie superfein.
    Grüssli aus der Schweiz
    Irene

  8. Erst dache ich "ahhhh" und im zweiten Moment schon "oohhhh", da hatte ich dann die Bohnen entdeckt und nicht mehr den Fokus auf Frikadelle und Kartoffelbrei! ;0) Ich reihe mich passender Weise auch bei den Muschelschupsern ein, der Anblick der Bohnen ist fuer mich auch nicht so verlockend, obwohl… ich liebe gruene Bohnen, aber bei mir muessen sie definitiv "gruen"! ;0)
    GLG Maren

  9. Chinesische Ware schmeckt nach Stroh. Gute Bioware nach Bohnen. Wir haben noch genug im Vorrat bis Herbst 😉

  10. Interessant! Habe ich noch nie vorher gehört und noch nie vorher gesehen – scheinbar auch nichts verpasst 🙂
    Ich mag Bohnen aber auch sehr, sehr gerne und warte, wie bei Spargel und Kürbis auch, immer ganz ungeduldig auf die Saison wo ich dann versuche in der kurzen Zeit möglichst viel von diesem Gemüse zu "vernichten".

    Oh und guck mal, den Award würde ich dir gerne geben:

    http://minikueche.twoday.net/stories/blog-award-nr-2-freu/

    Liebe Grüße,

    Lilly aus der Mini-Küche

  11. ich bin in Lörrach an der Schweizer Grenze geboren und diese Bohnen kenne ich seit meiner Kindheit – wusste gar nicht, dass die noch entdeckt werden müssen in den anderen Teilen Deutschlands – die Bohnen sind wirklich super lecker und eigentlich einfach zu zubereiten!

  12. Nicht das diese Bohnen nicht gut aussehen, aber mehr interessieren wuerden mich die Emmentaler Pflanzer!

  13. Richtig, die Dinger hab'ich auch noch im Keller. Aber selbst das Lesen Deiner guten Verarbeitung macht mir immer noch keine Lust das Zeug zu konsumieren. Villeicht püriert in einer Suppe?? Da sieht man ihr fieses Aussehen nicht mehr, was meinst Du?
    Karin (ZH)

  14. @Utecht: Jaja, ich habe sie bei Dir gesehen, aber es bleiben halt doch die alten Fitschbunne. Das wird im Leben nix mehr, mit mir und dieser rheinischen Unart ;o)

    @Karin/ZH: An Deiner Stelle würde ich mich an den Rat von Robert halten und nach den Biobohnen aus CH fahnden. Durch Pürieren werden die chinesischen Strohbohnen sicherlich nicht besser.

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