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Einseitig vegetarisch


Von der Seite betrachtet, könnte das fast als vegetarisch durchgehen. Der schöne Reis mit gebratenen Zucchiniwürfelchen, zur Erfrischung ein bisschen gehackte Tomate und darüber ein paar Bröckchen Schafskäse.

So in etwa hatte ich mir mein Mittagessen vorgestellt, lecker und vegetarisch. Alle Zutaten wären im Haus gewesen, und die Zubereitung eine Sache von wenigen Minuten. Dem Kater hätte ich beim Kochen ein paar Schnipsel von den rohen Zucchini abgegeben, und wir wären beide zufrieden gewesen. – Ja, so hätte ich das wirklich gerne gemacht!

Aber, schade, daraus wurde nichts. Ich musste nochmal aus dem Haus. An der Supermarktkasse wartete die neue Lust auf Genuss. Das Magazin hätte ich sowieso gekauft. Aber wenn die Bloggerkollegin Heike von Au mitsamt Rezept und Foto darin auftaucht, dann will ich das Heft sofort haben. Also, schnell nochmal aufs Fahrrad, und los!

Unterwegs muss ich dann irgendwie vom rechten Weg abgekommen sein. Als ich wieder zur Tür reinkam, heftete der Kater sich an meine Fersen, und ich dachte noch, wegen Zucchini macht er nie so einen Wirbel. 

Erzähl keinen Quatsch, ich rieche doch, dass Du Fleisch in der Tasche hast!

So bescheiden wie ursprünglich geplant, wurde das Mahl dann doch nicht.

Die Zucchini musste ich ganz alleine essen, und um das Fleisch habe ich mit dem Raubtier gekämpft.

Aus meiner Beute rollte ich Cevapcici, mit Zwiebeln, Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel. Die kleinen Röllchen bekamen in der gußeisernen Pfanne genau das richtige Aroma.

Von der Seite betrachtet ist es immer noch ein vegetarisches Essen. Wenn Vegetarier am Tisch sitzen, muss man halt den Teller ein bisschen drehen.


11 Antworten zu “Einseitig vegetarisch”

  1. Ich wäre bereit, schwesterlich mit dem Kater zu teilen: er bekommt das Fleisch und ich den vegetarischen Anteil.
    Deal?

  2. @KochSchlampe: Das ist kein Problem. Um die Wahrheit zu sagen, das Essen hätte auch ohne die Fleischbeilage sehr gut geschmeckt. Dazu gab es übrigens Naturjoghurt und Ajvar.

  3. Das war nun wahrlich nicht meine Absicht, nata … *knirsch*

    Aber wenn so ein hübsches Essen bei raus kommt, dann hält sich mein schlechtes Gewissen durchaus in Grenzen 😉

    Ich geh dann mal mit meinen Mietzen um den Matjes kämpfen.

  4. so oft ich den Teller drehe, mal ist das fleisch oben, mal unten, ich glaub, ich hab den Tunnelblick.

  5. Egal ob mit oder ohne Fleisch, ich würds in beiden Versionen essen.Irgendwann sollte ich doch mal Cevapcici ausprobieren 🙂

  6. Wundervoller Post, ich hab' gleich zweimal mit grossem Vergnügen gelesen. Und ob vegetarisch oder nicht, ich nehm's von beiden Seiten, kann ich mich noch mit dem Kater einigen?

  7. mit einem grinsen gerade gelesen… ich glaub bei mir müsstest den teller nicht drehen 🙂

  8. Ich nehm dann auch lieber den Blick von oben. 😉 Wenns nach meinem Kater, äh, Mitesser ginge, würde ich allerdings nur das Grünzeug bekommen.

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