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Stimmungskanonendessert


Kindheitserinnerungen mal wieder. Als ich noch klein war, gab es bei meiner Oma gelegentlich ein Dessert, das sie Weinsupp nannte. Es schmeckte nach Moselwein und war mit Sago gebunden. Als Kind mochte ich nicht nur den Geschmack, sondern auch die sonderbare Konsistenz der glibberigen Kügelchen.

Heute Mittag habe ich versucht, die Weinsuppe aus der Erinnerung nachzubauen. Doch ob es mir gelungen ist, kann ich gar nicht sagen. Pfälzer Riesling schmeckt halt ganz anders als Moselriesling. Und ich bin auch nicht sicher, ob dieser Nachtisch damals wirklich so eine hochprozentige Stimmungskanone war. So wie ich meine Oma in Erinnerung habe, hätte sie sicherlich nichts dagegen gehabt. Sie war auf einem Weingut aufgewachsen und pflegte ein recht unverkrampftes Verhältnis zum Alkohol. Aber nach einem winzigen Löffelchen musste ich heute Mittag bereits aufgeben. Die fürs Foto angerichtete Portion habe ich in den Kühlschrank verfrachtet, weil ich heute Nachmittag noch einen halbwegs klaren Kopf brauche.

Weinsuppe mit Schneeklösschen

2 Portionen

400 ml Riesling

50 ml Sago

3 – 4 El. Zucker

1 El. Zitronensaft

Zucker im Riesling auflösen und die Flüssigkeit zum Kochen bringen. Sago in den Wein rühren, kurz aufkochen lassen und danach auf der ausgeschalteten Herdplatte oder bei kleinster Hitze mit aufgelegtem Deckel mindestens 20 Minuten ausquellen lassen. Dabei gelegentlich umrühren. Das Dessert ist fertig, wenn die Sagokügelchen nicht mehr weiß, sondern fast klar sind.

Für die Schneebällchen 1 Eiweiß mit 1 El. Vanillezucker steif schlagen. Dabei den Zucker erst einrieseln lassen, wenn der Eischnee schon fast steif ist. Mit zwei Teelöffeln kleine Nocken formen und in siedendes Wasser setzen. Den Topf vom Herd ziehen und die Klösschen mit aufgelegtem Deckel ein paar Minuten ziehen lassen.

Das übrig gebliebene Eigelb mit etwa 100 ml Sahne und 1 El. Zucker sowie 1 Tl. Vanilleextrakt bei niedriger Hitze zu einer geschmeidigen Vanillesoße rühren.

Alles abkühlen lassen und zusammen anrichten, aufessen und danach nicht mehr Auto fahren! – Prost!


13 Antworten zu “Stimmungskanonendessert”

  1. @Schnuppschnüss: Ja, wenn man ihn lässt. Aber dafür müsste man den Wein länger im offenen Topf kochen. Dabei verändert sich ja auch der Geschmack. – Und das wollen wir doch nicht, oder?

  2. Gab es bei uns sehr aehnich und zwar Weinschaumsosse, die wurde zu Dampfnudeln gereicht. Natuerlich NUR mit einem guten Pfalz Riesling. "Zum Wohl die Pfalz!"
    Habe ich auch schon ewig nicht mehr gegessen. Danke fuer die Erinnerung.

  3. Mein Bruder mochte das auch, gab´s nur bei Oma, Mutter hat das nicht gekocht und ich finde Sago wirklich schrecklich..aber in der Tat ein Rezept aus alten Tagen..gut das du so was bewahrst..aber essen mus sich es ja dennoch nicht..lGHEike

  4. Für alle die Sago schrecklich finden, das Zeug gibt's auch als Pulver.
    Hier allerdings ist es ja eine Kindheitserinnerung, das muss so!

  5. Meine Omi hat auch immer eine Weinspeise als Nachtisch gemacht, an hohen Feiertagen. Da war außer Eischnee auch noch Löffelbiskuit drin. Lecker.

  6. Das kann nicht mehr so schlimm sein mit dem Alkoholgehalt. Sagodesserts mag ich auch. Die Porzellandose mit der Aufschrift SAGO hüte ich wie einen Schatz.

  7. Bei uns gabs zuhause keinen Alkohol und im Essen schon mal gar nicht!
    Vielleicht basiert mein Konsum auf einem Nachholbedürfnis?

  8. @Earny: Danke, es war tatsächlich lecker :o)

    @My Kitchen In The Rockies: Die Pfälzer Weinschaumsoße dürfte ähnlich schmecken. Aber bei Sago lenkt die Konsistenz doch sehr vom Geschmack ab.

    @Heike: Nee, man muss nicht alles mögen, da hast Du recht. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Glibberzeug nicht jeden anspricht.

    @Freundin: Was ist der Sinn von pulverisiertem Sago? Das ist doch nur Tapiokapulver, oder?

    @sammelhamster: Oh, das klingt gut! Das mit den Löffelbiskuits muss ich mir mal merken. Die mag ich sowieso.

    @Schön, wenn man so alte Sachen aufbewahrt. Bei uns ist leider nichts erhalten geblieben.

    @Hesting: Danke!

    @AT: Dass da ein Zusammenhang besteht, glaube ich auch. Was meinst Du, warum ich nach einem Löffelchen Weinpudding schon den Alkohol merke? Mein normaler Konsum ist nämlich nicht sehr ausufernd.

  9. mhhhhhhhh… das gab es früher bei meiner Omma, zu Sage haben wir immer "Froscheier" gesagt,

    Danke für das Rezept
    LG sweetkoffie

  10. @sweetkoffie: Froscheier passt ziemlich gut, die Ähnlichkeit ist mir auch schon aufgefallen ;o)

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